Rätsel

Es frisst ohne Maul:
Wenn es frisst, so lebt es,
Wenn es trinkt, so stirbt es.

Es benötigt verschiedene Dinge,
um entstehen und überleben zu können.

Je mehr es bekommt,
umso hungriger wird es;
und hat es alles gegessen,
so stirbt es.

Verfasser unbekannt

Ein Kleines Feuer

«Ein kleines Feuer, das still dort brennt,
ein kleines Feuer, das Licht uns spend,
ein kleines Feuer, das wächst und gedeiht,
ein kleines Feuer, das ist dort - ich weiss bescheid,
ein kleines Feuer, das ward ausser acht,
ein kleines Feuer, das verschlang die Nacht,
ein kleines Feuer, das begann erst zu sein,
ein kleines Feuer, das ward nicht mehr klein,
ein kleines Feuer, das ging nicht mehr aus,
ein kleines Feuer, das verspiess grad ein Haus,
ein kleines Feuer, das verbrannt schon Leut ,
ein kleines Feuer, das hat nicht genug für Heut,
ein kleines Feuer, das brennt und hellt
ein kleines Feuer, ward das end der Welt.»

 

Feuer

Knisternde Funken -
Funkende Wärme
Wärmendes Sprühen -
Sprühende Helle
Helles Licht
Lichtes Flämmchen
Flammende Lohe
Lohernde Glut
Glutrotes Feuer
Feurige Liebe
Liebende Flamme
Flammende Freude
Freudige Glühe
Glühende Vernichtung
Vernichtende Asche
Aschiger Staub
Staubiges Nichts
Nichts ?
Erleuchtung

Anmerkungen von der Autorin Eveline Dächer zum Gedicht:

Immer,wenn ich offenes Feuer sehe,
denke ich,
wie es fasziniert,
Helle, Licht, Farben,Wärme bringt,
auch alles vernichten kann,
zu Asche, zum Nichts machen
und eben doch erleuchtet…

 

Das Feuer

Hörst du, wie die Flammen flüstern,
knicken, knacken, krachen, knistern,
wie das Feuer rauscht und saust,
brodelt, brutzelt, brennt und braust?

Siehst du, wie die Flammen lecken,
züngeln und die Zunge blecken,
wie das Feuer tanzt und zuckt,
trockne Hölzer schlingt und schluckt?

Riechst du, wie die Flammen rauchen,
brenzlig, brutzlig, brandig schmauchen,
wie das Feuer, rot und schwarz,
duftet, schmeckt nach Pech und Harz?

Fühlst du, wie die Flammen schwärmen,
Glut aushauchen, wohlig wärmen,
wie das Feuer, flackrig wild,
dich in warme Wellen hüllt?

Hörst du, wie es leiser knackt?
Siehst du, wie es matter flackt?
Riechst du, wie der Rauch verzieht?
Fühlst du, wie die Wärme flieht?

Kleiner wird der Feuerbraus:
ein letztes Knistern,
ein feines Flüstern,
ein schwaches Züngeln,
ein dünnes Ringeln
aus.

von James Krüss

 

Ein in sich verzehrendes Feuer

Der Wachs nähret die Flamme,
wie eine Mutter, wie eine Amme.
Die Flamme erzeugt das Licht,
ohne Docht ginge das nicht,...
...ein in sich verzehrendes Feuer,
fast unheimlich und nicht geheuer.
Beobachter geniessen den Schein -
die Kerze wird kleiner und klein...
...und dann erlöscht der Glanz,
zu Ende der Flammen Tanz,
ganz düster wird's im Raum,
traurige Stimmung, doch kaum...
...ward's dunkel, wird's wieder hell,
denn nun an der Ersten Stell',
wird entzündt der nächste Schimmer,
da wird's wieder hell im Zimmer....

...und leuchtet so hell und wunderbar,
dass Augen glänzen, froh und klar!!!
Wer ist so ein Licht, dass sich verzehrt,
und so die Freude anderer mehrt?
So selbstlos, so ruhig und auch so warm,
mit Liebe zum Nächsten und mit Charm?

Stefan Wanzenried / 13.11.03

 

Feuer

Es gibt dir Wärme
doch kann es dich verbrennen
Es gibt dir Licht
doch kann es dich erblinden

Es gibt dir Sicherheit
doch kann es dich töten
Feuer ist wie Liebe

von Simone Straubing

 

Feuer und Wasser

Der Hammer schlägt, der Amboss trägt
tagaus, tagein die Wucht der Schläge in sich rein

Es klingt sein Lied viel Zeiten lang
als reiner Ton mit hellem Klang

Den Hammer führt ein starker Arm
Im Feuer wird das Eisen warm

Die Glut durchdringt es ganz und gar
bis es geläutert wunderbar

Der Schlacke den Brand,
der Zange die Hand,
dem Eisen die Glut,
dem Hämm'rer den Mut,
dem Arm die Kraft,
Der Amboss, er schafft
mit allen im Bund
Aus gutem Grund
formen sie das Eisen
den Weg uns zu weisen
was nötig ist
und was und wer du bist!

In der Schmiede des Lebens
werden niemals vergebens
die Feuer geschürt
Du bist nicht der Erste
und Letzte der dieses verspürt

Doch soll der Stahl gehärtet werden
sind nötig Feuer und Wasser hier auf Erden

Mit Feuer und Wasser sind getauft,
die durch das Blut des Lammes teuer erkauft

von Manfred Reich